Kaution

Veröffentlicht am July 11, 2017

Im Oktober 2016 haben wir mit großer Freude unsere frisch renovierte Wilhelma wieder bezogen.

Wir, das sind die 18 Bewohner*innen, die alle zusammen den Verein zum Erhalt des studentischen Forums Wilhelmstraße e.V. stellen.

Der Verein mietet das Gebäude vom Land Baden-Württemberg, dem Amt für Vermögen und Bau Tübingen (VBA) und vermietet die Zimmer an die einzelnen Bewohner*innen. Leider konnten wir nicht umgehen, dass sich unser Vermieter, das VBA, den neuen Anstrich über eine massive Erhöhung der Mietpreise teuer bezahlen lässt.

Die politisch engagierten früheren Bewohner*innen der Wilhelma hatten vor ihrem Auszug zur Renovierung 2015 neben dem neuen Mietvertrag aber mit diversen Akteuren (darunter das Land Baden-Württemberg, das Studentenwerk und die Universität Tübingen) die Unterzeichnung eines Rahmenmietvertrags hart erstritten. Dieser sichert unserem Verein für die nächsten 25 Jahre feste Mietpreise und echte Selbstverwaltung zu.

Die Wilhelma bleibt also ein freundlicher, bunter Ort, an dem Menschen mitten zwischen Universitätsgebäuden leben; ein Forum, auf dem alternative Lebenskonzepte ausgearbeitet und umgesetzt werden, wo solidarische Politik gedacht und gemacht wird; aber auch ein Anlaufpunkt, wo Menschen willkommen sind zu feiern, Konzerten zu lauschen und einfach Spaß zu haben.

Leider stehen wir dieses Jahr vor einer großen finanziellen Herausforderung: Unser Verein muss, wie in Mietverhältnissen üblich, eine Kaution für das ganze Haus an das VBA Tübingen zahlen. Diese Kaution beträgt rund 10.000 Euro.

Natürlich sieht der Mietverträg, den jede*r Bewohner*in für ihr Zimmer mit dem Verein hat, wie bei Mietverträgen üblich, eine Kaution vor, mit der in Summe 10.000 Euro gedeckt werden können. Leider mussten wir schnell feststellen, dass der Verein laut deutschem Vereinsrecht diese Kaution, die er von den Bewohner*innen für die Zimmer bekommt, nicht an Dritte – in unserem Fall also dem Eigentümer und Vermieter VBA - weitergeben darf. Wir müssen also auf anderem Wege 10.000 Euro zusammen bekommen. Dem VBA ist dieses rechtliche Problem bewusst, genauso wie die Tatsache, dass wir nicht spontan 10.000 Euro aus dem Hut zaubern können. Daher hat uns das VBA für die Überweisung der Kaution dankenswerterweise zeitlichen Aufschub gewährt – bis zum 01. Oktober 2017.

Unser Plan ist nun, bis Oktober 2017 über unterschiedliche Wege so viel Geld wie möglich selbst zu organisieren und dann den Rest über Direktkredite aufzustocken, die über die nächsten Jahre zurückgezahlt werden. Dabei hoffen wir auf eure Unterstützung!

Wie könnte eure Unterstützung aussehen?

Auch im Streichelzoo an der Wilhelmstraße gilt: „Lieber 1.000 Freund*innen im Nacken, als eine Bank“ (die uns verständlicherweise keinen Kredit für eine Kaution geben will) …